Steuern und Zölle auf Exporte aus Italien: Chancen und Risiken für Ihr internationales Unternehmen

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  1. Einführung
  2. Was sind Zölle?
    1. Wie lassen sich Zölle auch für Laien verständlich erklären?
    2. Wie viele und welche Arten von Zöllen gibt es?
    3. Zollgebühren
  3. Berechnung der Zölle auf Exporte aus Italien
    1. Nützliche Online-Tools zur Berechnung von Zöllen
  4. Wer zahlt Zölle?
    1. Wer zahlt die Ausfuhrabgaben?
  5. Wann und wie Zölle zu zahlen sind
    1. Wann werden Zölle gezahlt?
    2. Wie Zölle zu zahlen sind
  6. Was passiert, wenn Zölle nicht gezahlt werden
    1. Unmittelbare Konsequenzen
    2. Geschäftliche Auswirkungen
  7. Zölle in den wichtigsten Märkten für italienische Unternehmen
    1. USA: US-Zölle auf italienische Produkte
    2. China: Zölle und nichttarifäre Hemmnisse
    3. Schweiz: Ein Nachbarmarkt mit eigenen Regeln
  8. Lösungen von Stripe zur Verwaltung von Zahlungen, Steuern und internationaler Präsenz

Wenn Sie ein Unternehmen in Italien haben, das Produkte ins Ausland exportiert oder zu exportieren beabsichtigt, insbesondere in Nicht-EU-Märkte, ist es wichtig, zu verstehen, was Zölle sind und wie sie funktionieren. In diesem Artikel erklären wir, wie Zölle funktionieren: Wir beginnen mit einer grundlegenden Erklärung und sehen uns dann an, wie Zölle auf Exporte aus Italien berechnet werden, wer sie zahlen muss, wann und wie sie zu zahlen sind und was passiert, wenn Sie Zölle nicht zahlen. Abschließend analysieren wir die Zölle in den wichtigsten Märkten für italienische Unternehmen, wie die USA, China und die Schweiz.

Worum geht es in diesem Artikel?

  • Was sind Zölle?
  • Berechnung der Zölle auf Exporte aus Italien
  • Wer zahlt Zölle?
  • Wann und wie Zölle zu zahlen sind
  • Was passiert, wenn Zölle nicht gezahlt werden
  • Zölle in den wichtigsten Märkten für italienische Unternehmen
  • Lösungen von Stripe zur Verwaltung von Zahlungen, Steuern und internationaler Präsenz

Was sind Zölle?

Beim internationalen Handel sind Zölle einer der ersten Aspekte, die zu berücksichtigen sind. Zölle sind indirekte Steuern, die auf Waren erhoben werden, die eine Grenze überschreiten, sowohl eingehende (Importe) als auch in einigen Fällen ausgehende Waren (Exporte). Ihr Hauptzweck besteht darin, den Handelsfluss zwischen verschiedenen Ländern zu regulieren, die heimische Wirtschaft zu schützen und dem Staat Steuereinnahmen zu sichern.

Zölle können sowohl auf importierte als auch auf exportierte Produkte erhoben werden. Die Anwendung von Ausfuhrzöllen ist in Industrieländern eher selten, aber gängiger in wirtschaftlich weniger entwickelten Ländern mit reichen natürlichen Ressourcen. So nutzen etwa viele afrikanische Staaten Ausfuhrzölle, um ihre Ressourcen zu schützen und die Entwicklung ihrer Volkswirtschaften zu fördern. In den meisten Fällen werden jedoch Zölle auf importierte Waren erhoben, um lokale Unternehmen und die lokale Produktion zu schützen, indem sie den Eintritt kostengünstiger ausländischer Produkte begrenzen.

Wenn Sie ein Unternehmen in Italien betreiben und in Nicht-EU-Länder exportieren, ist es wichtig zu wissen, dass Sie keine Ausfuhrzölle zahlen: Die EU erhebt keine Zölle auf die Ausfuhr von Waren in Drittländer (d. h. Länder außerhalb der EU oder des EWR [Europäischer Wirtschaftsraum]). Wenn Ihre Produkte jedoch im Bestimmungsland ankommen, gelten sie in diesem Land als importierte Waren. Das bedeutet, dass Ihr/e ausländische/r Kunde/Kundin oder Ihr Handelspartner die von den lokalen Zollbehörden erhobenen Einfuhrzölle zahlen muss.

Auch wenn Sie die Steuer nicht unmittelbar selbst zahlen, wirken sich Einfuhrzölle in der Praxis dennoch auf den Endpreis Ihres Produkts, die Wettbewerbsfähigkeit Ihres Angebots und in vielen Fällen auf die allgemeinen Geschäftsbedingungen für den Verkauf aus, die Sie mit Ihrem Handelspartner vereinbaren können.

Wie lassen sich Zölle auch für Laien verständlich erklären?

Zölle sind Steuern, die gezahlt werden, wenn Waren in ein Land eingeführt werden oder ein Land verlassen. Sie tragen dazu bei, den internationalen Handel zu regulieren, lokale Unternehmen vor ausländischer Konkurrenz zu schützen und dem Staat Steuereinnahmen zu verschaffen. Im Wesentlichen unterliegt ein Produkt bei der Einfuhr einem Zoll, der den Endpreis erhöhen kann. Ziel ist es, die inländische Produktion wettbewerbsfähiger zu machen und den Warenfluss zwischen verschiedenen Märkten zu kontrollieren.

Wie viele und welche Arten von Zöllen gibt es?

Technisch gesehen gibt es zwei Hauptarten von Zöllen:

  • Ad-Valorem-Zölle: Diese werden als Prozentsatz des Warenwerts (einschließlich Preis, Transport und Versicherung) berechnet. Dies ist die häufigste Art und der Prozentsatz variiert je nach Produktkategorie.

  • Spezifische Zölle: Diese werden auf der Grundlage einer physikalischen Größe wie Gewicht, Volumen oder Stückzahl berechnet (z. B. 10 € pro ausgeführtem Kilogramm).

In einigen Fällen kann auch ein Mischzoll angewendet werden, der beide Kriterien kombiniert.

Art des Zolls

Berechnungskriterien

Praxisbeispiel

Hinweise

Ad-Valorem-Zoll

Prozentsatz des Zollwerts der Waren

5 % auf 10.000 € = 500 € Zoll

Die häufigste Art

Spezifischer Zoll

Basiert auf physikalischer Größe (Gewicht, Volumen, Einheiten)

2 € pro kg des Produkts

Wird häufig für Lebensmittel und Rohstoffe verwendet

Mischzoll

Kombination aus Ad-Valorem- und spezifischem Zoll

3 % des Wertes + 1 € pro kg des Produkts

Angewendet auf komplexe oder variable Waren

Zölle sind daher ein wichtiger Bestandteil des Endpreises: Wenn sie nicht korrekt verwaltet werden, können sie zu Lieferverzögerungen, Zollblockaden oder unerwarteten Kosten führen, was mit direkten Auswirkungen auf den Ruf und die Zuverlässigkeit Ihres Unternehmens verbunden ist.

Zollgebühren

Zusätzlich zu den Zöllen müssen weitere Zollgebühren wie Verbrauchssteuern, sonstige Verbrauchsabgaben und Kennzeichnungsvorschriften berücksichtigt werden, die je nach Bestimmungsland und Art des Produkts variieren. Einige Sektoren, wie z. B. der Online-Lebensmittelverkauf, unterliegen besonders strengen Vorschriften, die zusätzliche Zertifizierungen und Erklärungen erfordern.

Berechnung der Zölle auf Exporte aus Italien

Die Berechnung der Zölle ist für alle erforderlich, die Waren exportieren, da sie den Endpreis des Produkts und seine Wettbewerbsfähigkeit auf ausländischen Märkten bestimmt. Die im Folgenden genannten sind dabei die wichtigsten Schritte:

  • Ermittlung des Zollwerts
    Der Zollwert stellt die Grundlage für die Berechnung des Zolls dar. Er umfasst den tatsächlichen Preis der Waren (wie auf der Handelsrechnung angegeben), Transport- und Versicherungskosten bis zur Grenze des Bestimmungslandes sowie Nebenkosten, etwa für Verpackung oder Provisionen. Wenn der Warenwert beispielsweise 10.000 € beträgt und der Transport 1.000 € kostet, beträgt der Zollwert 11.000 €.

  • Bestimmung des Zollcodes (HS oder TARIC)
    Jedes Produkt verfügt über einen Identifizierungscode, der als HS-Code (Code des Harmonisierten Systems) oder in Europa als TARIC-Code (Code des Integrierten Zolltarifs der Gemeinschaft) bezeichnet wird. Dieser Code ermöglicht die Klassifizierung von Waren, die Bestimmung des Zollsatzes und ggf. die zu prüfenden Vergünstigungen oder Einschränkungen.

  • Anwendung der Art des Zolls
    Es kann sich um Ad-Valorem-Zölle (als Prozentsatz des Zollwerts berechnet), spezifische Zölle (basierend auf Gewicht, Volumen oder Menge berechnet) oder gemischte Zölle (beide Methoden kombiniert) handeln.

  • Prüfung von Handelsabkommen und Ausnahmen
    Viele Länder haben Freihandelsabkommen mit der EU geschlossen, die eine Senkung oder Beseitigung der Zölle auf Produkte mit europäischem präferenziellem Ursprung ermöglichen (Waren, die nach Kriterien internationaler Handelsabkommen vollständig in einem EU-Mitgliedstaat hergestellt, verarbeitet oder umgearbeitet wurden). Um in den Genuss dieser Vergünstigungen zu kommen, muss der Exporteur den präferenziellen Ursprung durch Vorlage einer Ursprungsbescheinigung (z. B. EUR.1) oder einer Erklärung auf der Rechnung nachweisen.

  • Berücksichtigung aller zusätzlichen Kosten
    Zusätzlich zu den Zöllen könnten weitere Gebühren anfallen, wie z. B. die Umsatzsteuer (USt.) für die Einfuhr, die Verbrauchssteuern auf bestimmte Produkte (Alkohol, Tabak, Kraftstoff) sowie Zollabfertigungsgebühren oder Verwaltungsgebühren.

Nützliche Online-Tools zur Berechnung von Zöllen

Um die Berechnung zu vereinfachen und genaue Schätzungen zu erhalten, können Sie mehrere kostenlose, offizielle Online-Tools nutzen:

  • TARIC (Europäische Kommission)
    Über die TARIC-Datenbank können Sie Zollsätze und Zollmaßnahmen für jedes Nicht-EU-Land überprüfen.

  • Access2Markets (Europäische Kommission)
    Access2Markets ist eines der umfassendsten Tools: Damit können Sie nach HS-Code, Bestimmungsland und Produkttyp suchen.

  • Italienische Zoll- und Monopolbehörde (ADM) – Online-Zolltarif
    Offizielles italienisches Portal für die Verifizierung von Codes und die Berechnung von Zöllen und Steuern.

  • US International Trade Commission – Harmonisierte Zolltarife (HTS)
    Dieses US-amerikanische Zollklassifizierungssystem enthält Angaben zu Zöllen und restriktiven Maßnahmen, die auf Waren angewendet werden, die in die USA eingeführt werden.

  • Zoll- und Handelsdaten der WTO
    Dieses Tool der Welthandelsorganisation bietet Zugriff auf Zoll- und Einfuhrdaten für mehr als 150 Länder.

Wer zahlt Zölle?

Formal werden die Zölle vom Importeur, d. h. von dem Unternehmen, das die Waren in das Bestimmungsland bringt, gezahlt. In der Praxis können sich ihre Kosten jedoch über die Handelskette verteilen und sich auch auf die Margen des Exporteurs und den Endpreis für die Kundinnen und Kunden auswirken.

Im Allgemeinen gibt es vier häufige Situationen:

  1. Der Importeur überträgt die Kosten an die Endkundinnen und Endkunden
    Die Zölle sind im Verkaufspreis enthalten, was zu höheren Preisen und in einigen Fällen zu inflationären Auswirkungen auf den Inlandsmarkt führt.

  2. Der Importeur übernimmt die Kosten
    Um wettbewerbsfähig zu bleiben, kann der Importeur beschließen, die Preise nicht anzuheben und stattdessen eine verringerte Gewinnspanne zu akzeptieren.

  3. Die Kosten werden auf den Exporteur übertragen
    Wenn der Importeur über einen größeren Verhandlungsspielraum verfügt, kann er einen Rabatt auf den Kaufpreis in Höhe des Zollwerts verlangen, was den Exporteur (z. B. ein italienisches Unternehmen) unter Druck setzt, seine Gewinnspannen zu senken, um selbst wettbewerbsfähig zu bleiben.

  4. Die Zölle werden geteilt
    In der Praxis werden die Kosten oft geteilt: Einen Teil davon trägt der Importeur, einen Teil der Exporteur und einen Teil die Kundinnen und Kunden.

Für italienische Exporteure ist es wichtig, den Zollsatz des Bestimmungslandes zu kennen und die Verantwortlichkeiten in Kaufverträgen genau zu definieren. Die internationalen Handelsklauseln Incoterms regeln die Verteilung der Kosten, Risiken und Verantwortlichkeiten zwischen Verkäufer/in und Käufer/in: Bei EXW (ab Werk) übernimmt beispielsweise der Kunde/die Kundin alle Zollausgaben, während bei DDP (geliefert, Zoll und Steuer bezahlt) der/die Verkäufer/in für Zölle und Gebühren aufkommt.

Wer zahlt die Ausfuhrabgaben?

In der Regel werden die Ausfuhrabgaben vom Importeur, d. h. vom Empfänger/von der Empfängerin der Waren im Bestimmungsland, gezahlt.

Der italienische Exporteur zahlt keine Zölle auf die Ausfuhr, da die EU keine Zölle auf Ausfuhren in Drittländer erhebt. Wenn die Waren jedoch im Bestimmungsland eintreffen, zahlt der Importeur oder lokale Händler Einfuhrzölle, die sich auf den Endpreis und die Konditionen des Verkaufs auswirken könnten.

Wann und wie Zölle zu zahlen sind

Zu wissen, wann und wie Zölle zu zahlen sind, ist von entscheidender Bedeutung, um Verzögerungen, Zollsperren und zusätzliche Kosten zu vermeiden. Obwohl die Zahlung in vielen Fällen im Bestimmungsland und nicht in Italien erfolgt, ist es wichtig, als Exporteur mit den Verfahren vertraut zu sein, da sie sich auf Lieferzeiten, Kundenzufriedenheit, Kundenbindung und den Ruf Ihres Unternehmens auswirken können.

Wann werden Zölle gezahlt?

Wenn Waren die Grenze des Bestimmungslandes überschreiten, werden Zölle fällig. Im Grunde erfolgt die Zahlung, wenn die Sendung die Zollabfertigung durchläuft, d. h. die Berechtigung erhält, in das Einfuhrland importiert zu werden.

In einigen Fällen sehen die Zollvorschriften jedoch Sonderregelungen vor, nach denen die sofortige Zahlung von Zöllen ausgesetzt, reduziert oder vermieden werden kann:

  • Freizonen: Zollgebiete, die sich innerhalb eines Landes befinden, aber zu Steuerzwecken wie ausländisches Hoheitsgebiet behandelt werden. Waren, die in eine Freizone verbracht werden, unterliegen erst dann Zöllen oder Umsatzsteuer, wenn sie auf dem Inlandsmarkt in Verkehr gebracht werden. Freizonen werden häufig als Logistikzentren für die vorübergehende Lagerung oder Verarbeitung von Waren genutzt.

  • Vorübergehender Export: Diese Regelung ermöglicht es, Waren für einen begrenzten Zeitraum ins Ausland zu versenden (z. B. für Messen, Reparaturen oder Tests), ohne dass sie ihren Status als Gemeinschaftswaren verlieren. Bei ihrer Wiedereinfuhr werden keine Zölle fällig.

  • Carnet ATA: Ein internationales Zolldokument, das normale Zollanmeldungen ersetzt und es ermöglicht, Waren vorübergehend in mehrere Länder zu exportieren, ohne Zölle zu zahlen oder Garantien zu hinterlegen. Das Carnet ATA ist auch als „Handelspass“ oder „Pass für Waren“ bekannt. Es ist in über 70 Ländern gültig und vereinfacht die Zollabfertigung für Warenmuster, professionelle Werkzeuge oder Waren, die für Messen und Veranstaltungen bestimmt sind, erheblich.

Wie Zölle zu zahlen sind

Die Zölle werden zum Zeitpunkt der Zollabfertigung entrichtet und können je nach Versandart und Bestimmungsland auf verschiedene Weise gehandhabt werden. Die im Folgenden genannten sind die gängigsten Methoden:

  • Direkte Zahlung durch den Importeur: Dies ist die gängigste Methode zur Zahlung von Zöllen. Der Importeur entrichtet Zölle direkt an die Zollbehörde oder an den/die für die Papiere zuständige/n Vertreter/in, indem er eine der verschiedenen verfügbaren Zahlungsmethoden wie Überweisung, Zahlung per Kreditkarte oder digitale Systeme des Zolls nutzt.

  • Zahlung im Voraus durch den/die Zusteller/in oder Spediteur/in: In Fällen, in denen der Importeur die Zollformalitäten nicht direkt erledigt, kann der/die Zusteller/in oder Zollagent/in die Zahlung von Zöllen im Auftrag des Importeurs im Voraus leisten. Anschließend werden die Kosten zusammen mit den Bearbeitungs- oder Liefergebühren dem/der Empfänger/in in Rechnung gestellt.

  • Elektronische Zahlungen oder Zollkonten: Große Unternehmen, die regelmäßig importieren, nutzen häufig spezielle Konten oder elektronische Zahlungsdienstleistungen der Zollbehörden, um ihre Abläufe zu beschleunigen.

Auch wenn Sie nicht unmittelbar für die Zahlung der Zölle zuständig sind, ist es wichtig, im Voraus zu wissen, wer (Sie selbst oder Ihr/e Kunde/Kundin) sie wann bezahlt, da dies entscheidend für die Wahl des Incoterm-Codes und die richtige Logistikplanung ist.

Was passiert, wenn Zölle nicht gezahlt werden

Die Nichtzahlung von Zöllen kann sowohl betriebliche als auch wirtschaftliche Konsequenzen haben. Tatsächlich betrachten die Zollbehörden in den Bestimmungsländern die Zahlung von Zöllen als Voraussetzung für die Abwicklung des Einfuhrverfahrens. Wenn Sie sie nicht bezahlen oder nicht sicherstellen, dass der Kunde/die Kundin sie rechtzeitig bezahlt, kann dies dementsprechend zu Verzögerungen, finanziellen Verlusten und einer Rufschädigung führen, von der Sie sich nur schwer erholen können.

Unmittelbare Konsequenzen

Wenn Zölle nicht gezahlt werden, besteht die erste Konsequenz darin, dass die Waren beim Zoll verwahrt werden. Die Behörden des Einfuhrlandes setzen die Zollabfertigung aus, bis die Zahlung erfolgt oder Unregelmäßigkeiten in den Exportdokumenten der Waren behoben werden. Eine ausbleibende Zahlung kann die folgenden Konsequenzen haben:

  • Die Waren können wochen- oder monatelang in Zolllagern bleiben, wobei zusätzliche Lagerkosten anfallen.
  • Die Waren können mit Transportkosten und einem neuen Import-/Exportverfahren an den/die Absender/in zurückgeschickt werden.
  • In den schwerwiegendsten Fällen können die Waren eingezogen oder vernichtet werden, insbesondere wenn die Behörden Zollbetrug oder falsche Angaben zum Warenwert vermuten.

Darüber hinaus kann eine ausbleibende Zahlung von Zöllen Strafen zur Folge haben, die je nach Land und Art des Verstoßes variieren. In einigen Ländern können die Zollbehörden auch die Autorisierung aussetzen oder widerrufen, als regulärer Importeur oder Exporteur tätig zu sein.

Geschäftliche Auswirkungen

Die wirtschaftlichen und Reputationsrisiken bei einer ausbleibenden Zahlung von Zöllen können schwerwiegend sein:

  • Lieferverzögerungen und Verlust von Kunden/Kundinnen: Wenn Waren beim Zoll zurückgehalten werden, verlängern sich die Lieferzeiten und der Kunde/die Kundin kann sich entscheiden, die Bestellung zu stornieren oder sich an einen anderen Lieferanten zu wenden.

  • Zusätzliche Kosten: Jeder Tag der Verzögerung beim Zoll verursacht Lagergebühren, Vertragsstrafen und Verwaltungskosten. Diese Beträge können den eigentlichen Wert der exportierten Waren schnell übersteigen.

  • Reputationsschäden: Zollverzögerungen oder Konflikte können das Vertrauen der Geschäftspartner untergraben und die Glaubwürdigkeit eines Unternehmens auf dem internationalen Markt gefährden.

  • Einfrieren des Cashflows: Wenn Zahlungen von ausländischen Kundinnen und Kunden mit der Lieferung von Waren verknüpft sind, kann eine Zollsperre den Geldzufluss vorübergehend unterbrechen, was zu Liquiditätsproblemen führt.

Zölle in den wichtigsten Märkten für italienische Unternehmen

Die Kenntnis der Zollvorschriften und -gebühren der wichtigsten Bestimmungsmärkte ist für alle von Bedeutung, die aus Italien exportieren. Jedes Nicht-EU-Land wendet seine eigenen Sätze, Verfahren und Kontrollen an, was erhebliche Auswirkungen auf die Kosten, die Lieferzeiten und die Wettbewerbsfähigkeit italienischer Produkte haben kann.

USA: US-Zölle auf italienische Produkte

Der US-amerikanische Markt ist einer der wichtigsten Absatzmärkte für italienische Unternehmen, aber die Konditionen der US-Zölle ändern sich ständig. In den letzten Jahren mussten italienische Unternehmen, die in die USA exportieren, durchschnittliche Zölle von etwa 2 bis 6 % auf ihre Produkte zahlen, wobei die Unterschiede je nach Art der Waren erheblich sind.

Mit der Amtsübernahme von Präsident Trump 2025 wurden Zollmaßnahmen eingeführt, die die Zölle auf Waren aus der EU auf 15 % angehoben haben. Für italienische Unternehmen, die in die USA exportieren, bedeutet dies, dass sie eine zusätzliche Marge in ihren Exportplan aufnehmen müssen, um US-amerikanische Zölle auf italienische Produkte zu decken, oder Preise und Vertragsbedingungen neu aushandeln müssen. Insbesondere sind Sektoren wie Lebensmittel, Kosmetik, Möbel, Automobile, Mode und Luxusartikel sowie Biopharmazeutika davon betroffen. Es ist wichtig, offizielle Zollplattformen wie die Bulletins der US International Trade Commission oder des Office of the US Trade Representative regelmäßig zu überprüfen, um über Änderungen der Steuersätze auf dem Laufenden zu bleiben und Ihre Unternehmensstrategie rechtzeitig anzupassen.

China: Zölle und nichttarifäre Hemmnisse

China ist einer der vielversprechendsten Märkte für italienische Unternehmen, aber auch einer der komplexesten in Bezug auf Vorschriften und Zölle. Die chinesischen Zölle variieren je nach Produktkategorie und -herkunft und können sich je nach Branche erheblich unterscheiden.

Zusätzlich zu den Zöllen kommen in China oft auch nichttarifäre Hürden hinzu, wie z. B. Hygiene- und Pflanzenschutzkontrollen, Kennzeichnungsanforderungen, obligatorische technische Zertifizierungen oder Registrierungsverfahren für importierte Produkte. Diese Anforderungen können die Zollabfertigungszeiten verlängern und die Verwaltungskosten für Exporteure erhöhen.

Um auf diesem Markt erfolgreich zu agieren, ist es wichtig, die Zollcodes (HS), die geltenden Sätze sowie alle Einschränkungen oder Vergünstigungen für jede Art von Produkt sorgfältig zu überprüfen. Alle aktuellen Informationen zu Zöllen und Handelsabkommen zwischen der EU und China finden Sie auf dem offiziellen Portal Access2Markets der Europäischen Kommission, das umfassende Daten zu Zöllen, Dokumentation und Exportanforderungen bietet.

Schweiz: Ein Nachbarmarkt mit eigenen Regeln

Obwohl die Schweiz geografisch und wirtschaftlich sehr nah an Italien liegt, ist sie nicht Teil der EU und unterhält eine eigene Zollpolitik. Dank bilateraler Abkommen zwischen der EU und der Schweiz können die meisten Produkte europäischen Ursprungs jedoch zollfrei in das Land eingeführt werden, sofern ihnen eine Warenverkehrsbescheinigung EUR.1 oder eine Erklärung auf der Rechnung beigefügt sind.

Zollkontrollen sind jedoch nach wie vor verpflichtend und können den deklarierten Warenwert oder die Konformität der Kennzeichnung betreffen, insbesondere bei Lebensmitteln, Kosmetika und pharmazeutischen Produkten. Für italienische Unternehmen ist die Schweiz daher ein strategischer Markt: Sie liegt in unmittelbarer Nachbarschaft, mit niedrigen oder ganz ohne Zölle, erfordert aber ein sorgfältiges Vorgehen hinsichtlich der Zollverfahren und eine gewissenhafte Dokumentation, um Verzögerungen oder Konflikte zu vermeiden.

Lösungen von Stripe zur Verwaltung von Zahlungen, Steuern und internationaler Präsenz

Beim Export ist es nicht nur wichtig, die Zollbestimmungen zu kennen, sondern auch zu wissen, wie die Verwaltung internationaler Zahlungen, der Besteuerung und der legalen Präsenz auf ausländischen Märkten abläuft. In diesem Sinne können Lösungen von Stripe italienische Unternehmen, die ins Ausland exportieren oder dorthin expandieren möchten, in greifbarer Form unterstützen.

  • Stripe Payments
    Mit Stripe Payments können Sie weltweit sicher, schnell und in über 135 Währungen Zahlungen akzeptieren und dabei verschiedene lokale Zahlungsmethoden integrieren. Es eignet sich ideal für Unternehmen, die online verkaufen oder internationale Transaktionen abwickeln und den Cashflow ohne technische Komplexität optimieren möchten.

  • Stripe Tax
    Stripe Tax optimiert die Verwaltung internationaler Steuern und der Umsatzsteuer, indem es die korrekten, auf dem Land des Kunden/der Kundin basierenden Steuersätze automatisch berechnet und anwendet. Dies ist besonders nützlich für Exporteure, die in mehreren Nicht-EU-Märkten verkaufen und unterschiedliche Steuervorschriften erfüllen müssen.

  • Stripe Atlas
    Stripe Atlas wurde für Unternehmen entwickelt, die eine rechtliche oder produktionsbasierte Präsenz in den USA aufbauen möchten. Die Plattform hilft Ihnen bei der Gründung eines Unternehmens in den USA, der Eröffnung eines Bankkontos und der Aufnahme Ihrer Geschäftstätigkeit in Compliance mit lokalen Vorschriften: eine strategische Lösung für alle, die die Auswirkungen der US-Zölle reduzieren oder die Produktion direkt in den USA verwalten möchten.

Der Inhalt dieses Artikels dient nur zu allgemeinen Informations- und Bildungszwecken und sollte nicht als Rechts- oder Steuerberatung interpretiert werden. Stripe übernimmt keine Gewähr oder Garantie für die Richtigkeit, Vollständigkeit, Angemessenheit oder Aktualität der Informationen in diesem Artikel. Sie sollten den Rat eines in Ihrem steuerlichen Zuständigkeitsbereich zugelassenen kompetenten Rechtsbeistands oder von einer Steuerberatungsstelle einholen und sich hinsichtlich Ihrer speziellen Situation beraten lassen.

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Finden Sie einen Leitfaden zum Integrieren der Zahlungs-APIs von Stripe.
Proxying: stripe.com/de-be/resources/more/taxes-and-duties-on-exports-from-italy