In Neuseeland entwickelt sich Open Banking zu einer echten Infrastruktur. Seit 2025 sind alle großen Banken in Neuseeland verpflichtet, Open Banking zu unterstützen. Viele hatten jedoch bereits Pilotprojekte mit Open-Banking-Netzwerken durchgeführt. Allein im Oktober 2025 nutzten mehr als 100.000 Menschen im Land Open-Banking-Dienste. Banken, FinTech-Unternehmen und Kundinnen und Kunden senden Geld und Daten über diese neuen Kanäle, die schneller, kostengünstiger und vernetzter sind als die vorherigen.
Der Umfang und die Form von Open Banking wurden in Neuseeland durch eine kooperative Herangehensweise beeinflusst. Im Folgenden gehen wir darauf ein, wie dieses System jetzt aussieht, wie es sich entwickelt und welche Möglichkeiten es Unternehmen bietet.
Worum geht es in diesem Artikel?
- Was ist Open Banking in Neuseeland?
- Wie entwickelt sich das Open Banking in Neuseeland?
- Wer sind die wichtigsten Beteiligten am Open Banking in Neuseeland?
- Welche Funktion haben Payments NZ und das API Centre?
- Wie gehen Banken vor, um Daten im Rahmen der neuseeländischen Open-Banking-Frameworks sicher zu teilen?
- Welche Akkreditierungsanforderungen und technischen Voraussetzungen gelten für den Zugriff Dritter auf Open Banking?
- Wie können Unternehmen in Neuseeland Open Banking nutzen?
- So kann Stripe Payments Sie unterstützen
Was ist Open Banking in Neuseeland?
Open Banking gibt Kundinnen und Kunden die Kontrolle über ihre Bankdaten. Im Rahmen des neuseeländischen Open-Banking-Frameworks können die Menschen ihre Bankdaten mit Dritten teilen und direkte Zahlungen von ihren Bankkonten autorisieren.
Da sie im Besitz ihrer Bankdaten sind, können Kundinnen und Kunden auf mehr Tools externer Unternehmen zugreifen. Dazu zählen schnellere Bezahlvorgänge, detailliertere Budgetierungs-Apps und intelligentere Kreditvergabedienste. Seit Ende 2025 ist die Übertragbarkeit von Bankdaten eine rechtliche Anforderung im Rahmen des neuseeländischen Verbraucherdatenrechts (Consumer Data Right, CDR).
So funktioniert das in der Praxis
Wenn Nutzer/innen eine Drittanbieter-App mit ihrer Bank verbinden, melden sie sich über den sicheren Kanal der Bank an und wählen aus, welche Daten oder Berechtigungen sie teilen möchten. Ausgehend von dieser Einwilligung erhält der Drittanbieter entweder nur Lesezugriff oder kann eine Zahlung veranlassen.
Wie entwickelt sich das Open Banking in Neuseeland?
In anderen Ländern, die Open Banking eingeführt haben, war die Regierung durch Gesetzgebung federführend. Neuseeland entschied sich für einen anderen Weg: Banken und FinTechs haben freiwillig eine Open-Banking-Infrastruktur aufgebaut und die Regierung folgt ihnen.
Das ist der zeitliche Ablauf der Einführung:
2019: Payments NZ rief das API Centre ins Leben, ein Zentrum für Banken und Drittanbieter zum gemeinsamen Erarbeiten technischer Standards für sicheren Datenaustausch und Zahlungen.
2021: Große Banken wie BNZ und Westpac begannen, Live-Pilotprojekte über diese Anwendungsprogrammierschnittstellen (APIs) durchzuführen.
2022: Die Regierung kündigte an, Open Banking im Rahmen eines neuen CDR zu formalisieren.
1. Dezember 2025: Ab diesem Datum waren die fünf größten neuseeländischen Banken (ANZ, ASB, BNZ, Westpac und Kiwibank) gesetzlich verpflichtet, den Datenaustausch zu unterstützen.
Mitte bis Ende 2026: In diesem Zeitraum müssen alle fünf Banken auch die Zahlungsinitiierung unterstützen.
Dieser Kurs hat sich als effektiv erwiesen: In nur einem Monat im Jahr 2025 nutzten mehr als 100.000 Kundinnen und Kunden Open Banking für mehr als 180.000 Zahlungen.
Wer sind die wichtigsten Beteiligten am Open Banking in Neuseeland?
In Neuseeland arbeiten verschiedene Akteure von Aufsichtsbehörden bis hin zu Start-ups gemeinsam am Open Banking. Durch die Zusammenarbeit ist ein aktives, auf Compliance ausgerichtetes System entstanden. Im Folgenden lernen Sie die wichtigsten Beteiligten kennen.
Regierung und Aufsichtsbehörden
Mehrere Ministerien und Aufsichtsbehörden arbeiten an der Einführung dieses neuen Rahmens. Das Ministerium für Wirtschaft, Innovation und Beschäftigung leitet das neue CDR. Die Handelskommission machte die Entwicklung dringlich, indem sie Open Banking als notwendige Voraussetzung für Wettbewerbsfähigkeit charakterisierte. Die Zentralbank und die Finanzmarktaufsicht übernehmen ebenfalls Kontrollfunktionen: Sie konzentrieren sich auf die Sicherheit des Finanzsystems und den Verbraucherschutz.
Banken
Die fünf großen neuseeländischen Banken (ANZ, ASB, BNZ, Westpac und Kiwibank) sind die ersten offiziellen Open-Banking-„Dateninhaber“ und stellen bereits APIs für Kontoinformationen und Zahlungen bereit.
Payments NZ und das API Centre
Payments NZ, das sich im Besitz der großen Banken befindet, fungiert als neutraler Koordinator für nationale Zahlungssysteme. Das API Centre legt Open-Banking-Standards fest, hostet eine gemeinsame Sandbox und leitet Governance-Gremien. Es bietet außerdem einen Partnerschaftsplan an, der Dritten beim Onboarding über mehrere Banken hinweg hilft.
Drittanbieter
FinTechs, Software-as-a-Service(SaaS)-Plattformen und Vermittler entwickeln bereits neue Dienste, die mit den Bankdaten von Kundinnen und Kunden arbeiten. Einige stellen eine direkte Verbindung zu Banken her, während andere Aggregatoren nutzen. Alle Dienste erfordern die Einwilligung der Kundinnen und Kunden und müssen technische und betriebliche Standards erfüllen.
Welche Funktion haben Payments NZ und das API Centre?
Payments NZ gehört den großen Banken und ist Betreiber der wichtigsten neuseeländischen Zahlungssysteme. Das API Centre ist der Open-Banking-Bereich und der Ort der Open-Banking-Infrastruktur. Als die Regierung das Open Banking zu regulieren begann, baute sie auf dieser bestehenden Konfiguration auf. Hier erfahren Sie, was sie beinhaltet.
Eine gemeinsame Ebene von Standards
Das API Centre veröffentlicht die Spezifikationen, die das Open Banking definieren. Sie umfassen Datenformate, Authentifizierungsabläufe und Sicherheitsprofile. Diese Spezifikationen wurden sowohl von Banken als auch von FinTechs erstellt und werden regelmäßig versioniert und aktualisiert. Alle großen Banken implementieren diesen Entwurf.
Ein Governance-Modell, das FinTechs einbezieht
Dem API Council (Governance-Gruppe von Payments NZ) gehören Drittanbieter und unabhängige Sachverständige sowie Banken an. Sie alle haben zusammengearbeitet, um Standards praxistauglich und bankenkonform zu machen.
Ein zentrales Onboarding-System
Drittanbieter können sich beim API Centre registrieren und die dort gemeinsam genutzten Tools zur Aufrechterhaltung der Due Diligence verwenden. Eines dieser Tools ist ein sicheres System für die Weiterleitung von Compliance-Unterlagen an mehrere Banken. Das System reduziert den Aufwand, der Partnerschaften andernfalls verlangsamen würde.
Eine neutrale Sandbox
Das API Centre unterhält eine Live-Sandbox, die das tatsächliche API-Verhalten widerspiegelt. So können Entwickler/innen Integrationen frühzeitig testen und schnell verbessern.
Wie gehen Banken vor, um Daten im Rahmen der neuseeländischen Open-Banking-Frameworks sicher zu teilen?
Beim neuseeländischen Open-Banking-Modell durchlaufen Daten eine streng kontrollierte, intensiv geprüfte Infrastruktur. Die Voraussetzung dafür ist die Einwilligung der Kundin oder des Kunden. Niemand erhält Zugriff, wenn nicht jedes Kästchen angekreuzt ist.
So sieht das konkret aus.
Die Einwilligung steht an erster Stelle
Jede Verbindung beginnt mit den Kundinnen und Kunden. Wenn sie Daten oder Geld an Dritte weitergeben möchten, rufen sie die App auf und wählen ihre Bank aus. Anschließend bestätigen sie den Daten- oder Zahlungszugriff über den sicheren Ablauf der Bank, indem sie sich anmelden und eine Zwei-Faktor-Authentifizierung oder biometrische Autorisierung durchführen oder beides. Die Drittpartei sieht nur Token.
In vielen Open-Banking-Systemen laufen die Einwilligungen zum Datenzugriff nach 90 Tagen ab. Langfristige Einwilligungen für Zahlungen, z. B. für wiederkehrende Zahlungen, sind mit integrierten Widerrufskontrollen und jährlichen Nutzerbenachrichtigungen verbunden.
APIs sind bewährt
Alle Parteien verwenden dieselben, vom API Centre von Payments NZ veröffentlichten API-Spezifikationen. Das zugrundeliegende Sicherheitsmodell folgt OAuth 2.0 und dem Profil der Financial-grade API (FAPI), die für sensible Finanzdaten konzipiert sind. Jeder API-Aufruf ist verschlüsselt, mit Berechtigungen verbunden und nachverfolgbar.
Nur geprüfte Akteure werden zugelassen
Drittanbieter müssen akkreditiert und registriert sein. Banken stellen keine Verbindung zu Akteuren außerhalb des API Centre her. Das bedeutet, dass jeder Teilnehmer Sicherheitsprüfungen bestanden hat und laufende Anforderungen der Open-Banking-Vorschriften erfüllt.
Der Betrieb erfüllt hohe Standards
Leistung, Erreichbarkeit und der Umgang mit Vorfällen werden vom API Centre nachverfolgt. Seit 2025 müssen Banken veröffentlichte Service-Level-Benchmarks erfüllen. Dabei müssen sie Transparenz im Hinblick auf die API Verfügbarkeit und die Fehlerquoten gewährleisten.
Welche Akkreditierungsanforderungen und technischen Voraussetzungen gelten für den Zugriff Dritter auf Open Banking?
Um in Neuseeland Open Banking nutzen zu können, müssen Drittanbieter strenge Standards erfüllen. Die Überprüfung erfolgt vor der Verbindung und kontinuierlich danach.
Akkreditierung im API Centre
Die Regulierungsbehörden verlangen von Anbietern das Unterzeichnen einer gemeinsamen rechtlichen Vereinbarung und die Durchführung detaillierter Due Diligence. Außerdem müssen sie Sicherheits- und Datenverarbeitungsregeln befolgen und sichere Authentifizierungsabläufe nutzen.
Um den Prozess zu beschleunigen, bietet das API Centre einen zentralen Due-Diligence-Service an. Dort können Unternehmen ihre Unterlagen einmalig einreichen, woraufhin sie an alle teilnehmenden Banken weitergeleitet werden.
Akkreditierung nach dem neuen CDR
Bevor sie im Rahmen des CDR akkreditiert werden können, müssen Anbieter über klare Verfahren zur Beilegung von Beschwerden und Zahlungsanfechtungen verfügen. Darüber hinaus benötigen sie eine angemessene Versicherung und müssen ordnungsgemäße Schutzvorkehrungen für Kundendaten nachweisen. Direktorinnen und Direktoren sowie andere wichtige Personalmitglieder müssen außerdem einen Eignungstest bestehen.
Die Akkreditierungsstufen variieren. Kleinere Anbieter wie Start-ups können für den Datenzugriff akkreditierte Vermittler nutzen, ohne die vollständigen Compliance-Verpflichtungen selbst zu übernehmen. Solche Vermittler müssen ähnliche Sicherheits- und Datenverarbeitungsverfahren implementieren, Maßnahmen zur Geldwäschebekämpfung (AML) ergreifen und Identitätsprüfungen von Kundinnen und Kunden durchführen.
Aufrechterhalten der Compliance
Anbieter müssen ihre Compliance aufrechterhalten und Nutzer/innen benachrichtigen, ob und wann der Datenzugriff läuft. Banken überwachen die Nutzung und können den Zugriff entziehen.
Wie können Unternehmen in Neuseeland Open Banking nutzen?
Open Banking verschafft Unternehmen in Neuseeland schon jetzt echte Vorteile. Es ermöglicht Echtzeitzahlungen und intelligentere Dienstleistungen. Hier erfahren Sie, was es möglich macht.
Bezahlen direkt von Bankkonten
Mit APIs zum Initiieren von Zahlungen können Unternehmen Kundinnen und Kunden die Möglichkeit geben, direkt von ihrem Bankkonto Zahlungen an E-Commerce-Bezahlvorgänge, Spendenplattformen und mehr zu tätigen. Die Zahlung wird ohne Aufpreis sofort abgewickelt.
Intelligenteres Onboarding und intelligentere Kreditvergabe
Kreditgeber und Vermittler/innen können verifizierte Einkommens- und Ausgabendaten von Kundinnen und Kunden (mit Einwilligung) als alternative Bonitätsdaten einholen. Das ermöglicht schnellere Genehmigungen und genauere Kreditentscheidungen, insbesondere für kleine Unternehmen oder Kreditnehmer/innen mit dünnen Kreditakten.
Automatisierte Buchhaltung und Finanz-Tools
Open-Banking-Feeds können Transaktionen in Echtzeit an Buchhaltungstools senden. So erhalten Unternehmen genaue, aktuelle Finanzdaten. Das funktioniert auch für Kundinnen und Kunden: Budgetierungs-Apps, Finanzcoaches und digitale Banken können echte Daten nutzen, um proaktive Empfehlungen zu geben.
So kann Stripe Payments Sie unterstützen
Stripe Payments bietet eine einheitliche, globale Zahlungslösung, mit der jedes Unternehmen – von Start-ups bis hin zu globalen Konzernen – Zahlungen online, vor Ort und weltweit akzeptieren kann.
Mit Stripe Payments können Sie Folgendes umsetzen:
Bezahlvorgang optimieren: Schaffen Sie ein reibungsloses Kundenerlebnis und sparen Sie Tausende von Entwicklungsstunden mit vorgefertigten Zahlungs-Nutzeroberflächen, Zugang zu über 125 Zahlungsmethoden und Link, einer von Stripe entwickelten Wallet.
Neue Märkte schneller erschließen: Erreichen Sie Kundinnen und Kunden weltweit und reduzieren Sie die Komplexität und Kosten der Verwaltung mehrerer Währungen mit grenzüberschreitenden Zahlungsoptionen, die in 195 Ländern und über 135 Währungen verfügbar sind.
Online- und Vor-Ort-Zahlungen vereinheitlichen: Schaffen Sie Unified Commerce über Online- und Vor-Ort-Kanäle hinweg, um Interaktionen zu personalisieren, Treue zu belohnen und Ihren Umsatz zu steigern.
Zahlungs-Performance verbessern: Steigern Sie Ihren Umsatz mit einer Reihe anpassbarer, einfach zu konfigurierender Zahlungstools, darunter eine No-Code-Betrugsvorbeugung und erweiterte Funktionen zur Verbesserung der Autorisierungsquoten.
Schnelleres Wachstum dank einer flexiblen, zuverlässigen Plattform: Bauen Sie auf einer Plattform auf, die mit Ihnen mitwächst, mit einer historischen Erreichbarkeit von 99,999 % und branchenführender Zuverlässigkeit.
Erfahren Sie mehr darüber, wie Stripe Payments Sie bei Online- und Vor-Ort-Zahlungen unterstützen kann oder starten Sie noch heute.
Der Inhalt dieses Artikels dient nur zu allgemeinen Informations- und Bildungszwecken und sollte nicht als Rechts- oder Steuerberatung interpretiert werden. Stripe übernimmt keine Gewähr oder Garantie für die Richtigkeit, Vollständigkeit, Angemessenheit oder Aktualität der Informationen in diesem Artikel. Sie sollten den Rat eines in Ihrem steuerlichen Zuständigkeitsbereich zugelassenen kompetenten Rechtsbeistands oder von einer Steuerberatungsstelle einholen und sich hinsichtlich Ihrer speziellen Situation beraten lassen.