Sind Stablecoins zentralisiert? Die Kompromisse hinter der Stabilität

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  1. Einführung
  2. Sind Stablecoins zentralisiert?
  3. Wie wirkt sich die Verwahrung auf die Zentralisierung aus?
    1. Zentrale Verwahrung
    2. Dezentrale Verwahrung
  4. Welche Vorteile bieten zentralisierte Modelle?
  5. Wie können Unternehmen und andere Nutzer/innen das Zentralisierungsrisiko bewerten?
    1. Wer kontrolliert die Ausgabe und Einlösung?
    2. Wo werden die Reserven gehalten?
    3. Können Vermögenswerte („Assets“) eingefroren werden?
    4. Wie sieht das Governance-Modell aus?
    5. Wie hielt bzw. hält es Belastungen stand?
  6. So kann Stripe Sie unterstützen

Stablecoins gelten als die stabile Schicht der Kryptowährungen. Die Art des verwendeten Stablecoins (d. h. zentralisiert oder dezentralisiert) und wer die zugrunde liegenden Reserven hält, wird sich darauf auswirken, wer den Vermögenswert kontrolliert, worauf Sie sich verlassen und welchen Risiken Sie ausgesetzt sind. 2025 waren mehr als 90 % der Fiat-gestützten Stablecoins an den US-Dollar gebunden, wobei zentralisierte Optionen wie Tether (USDT) und USD Coin (USDC) etwa 93 % der gesamten Kapitalisierung des Stablecoin-Marktes ausmachten. Dies zeigt anschaulich, in welchem hohen Ausmaß die „Stablecoin-Ökonomie“ von einer zentralisierten Infrastruktur abhängt, auch wenn andere Modelle weiterhin verfügbar sind.

Im Folgenden erfahren Sie, wie die Zentralisierung bei Stablecoins funktioniert und was sie für Vertrauen, Verwahrung, Governance und Risiken bedeutet.

Worum geht es in diesem Artikel?

  • Sind Stablecoins zentralisiert?
  • Wie wirkt sich die Verwahrung auf die Zentralisierung aus?
  • Welche Vorteile bieten zentralisierte Modelle?
  • Wie können Unternehmen und andere Nutzer/innen das Zentralisierungsrisiko bewerten?
  • So kann Stripe Sie unterstützen

Sind Stablecoins zentralisiert?

Fiat-gestützte Stablecoins wie USDC und USDT sind in der Regel schon von Anfang an zentralisiert ausgelegt. Sie werden von Unternehmen ausgegeben, die ihre Reserven verwalten, Einlösungen überwachen und weiterhin Transaktionen blockieren können.

So funktioniert die Stablecoin-Zentralisierung:

  • Einziger Aussteller: Eine Organisation kontrolliert, wann neue Token erstellt oder zerstört werden. Circle handhabt USDC auf diese Weise, während Tether USDT verwaltet.

  • Reserven außerhalb der Blockchain: Die Reserven, die den Stablecoin absichern, werden von traditionellen Finanzinstituten anstelle der Blockchain gehalten.

  • Administrator-Kontrollen integriert: Viele zentralisierte Stablecoins verfügen über intelligente Vertragsfunktionen („Smart Contracts“), mit denen Aussteller Wallets sperren oder Übertragungen blockieren können. Als beispielsweise der Krypto-Mixer Tornado Cash 2022 wegen des Verdachts auf Geldwäsche auf die schwarze Liste gesetzt wurde, fror Circle über 75.000 USDC von Adressen ein, die mit Tornado Cash in Verbindung standen.

Stablecoins funktionieren heutzutage in der Regel auf diese Weise, da sie effizient und regulierungsfreundlich ist. Doch Stabilität geht mit Kompromissen einher. Die Nutzer/innen gewinnen zwar an Vorhersehbarkeit und Liquidität, geben aber die verteilte Kontrolle auf und verlassen sich auf zentralisiertes Vertrauen.

Einige Alternativen, wie z. B. der Dai (DAI) von MakerDAO, verwenden dezentrale Protokolle und Krypto-Sicherheiten, um die Abhängigkeit von einer Partei zu verringern. Aber auch diese können zentralisierte Komponenten in der Infrastruktur enthalten.

Wie wirkt sich die Verwahrung auf die Zentralisierung aus?

Die Verwahrung beantwortet eine einfache, aber wesentliche Frage: Wer hält die Vermögenswerte, die den Stablecoin sichern? Dies bestimmt, wie ein Stablecoin funktioniert und wie viel Vertrauen er erfordert.

Hier sehen Sie die beiden Hauptarten der Verwahrung und deren Auswirkungen auf die Zentralisierung.

Zentrale Verwahrung

Fiat-gestützte Stablecoins verlassen sich in der Regel darauf, dass ein Unternehmen und seine Bankpartner Reserven außerhalb der Blockchain halten. Der USDC zum Beispiel ist durch Bargeld und US-Staatsanleihen der Circle-Verwahrer abgesichert. Diese Einrichtung ist sauber und vertraut, was sie zu einer bevorzugten Option für FinTechs, Börsen und Finanzmanagement-Teams von Unternehmen macht. Sie schränkt aber auch die Nutzer-Kontrollen ein und zentralisiert das Risiko: Wenn die Bank scheitert oder die Bindungen abbricht, kann der Zugang zu den Reserven unterbrochen werden. Und wenn der Aussteller Geldmittel falsch verwaltet, haben die Inhaber/innen keinen Rückgriff über den rechtlichen Rahmen hinaus. In Situationen, in denen die Aufsichtsbehörden eingreifen, können die Reserven eingefroren oder umgeleitet werden.

Im März 2023 blieb beispielsweise ein Teil der USDC-Reserven bei der Silicon Valley Bank gebunden, nachdem diese zusammenbrach. Die Folge war, dass der USDC unter 1 USD fiel und das Vertrauen einbrach. Es bedurfte einer schnellen Kommunikation und schließlich der Freigabe der Geldmittel, um die Parität wiederherzustellen.

Dezentrale Verwahrung

Sicherheiten für dezentrale Stablecoins wie dem DAI befinden sich in der Blockchain und werden von Smart Contracts statt von Banken oder Vermittlern verwaltet. Das bedeutet, dass Nutzer/innen ihre Schlüssel behalten und das Protokoll den Rest erledigt.

Dies verbessert zwar die Transparenz und Zensurresistenz, birgt aber auch andere Risiken, wie Fehler in Smart Contracts, Preisvolatilität bei den Sicherheiten und Governance-Entscheidungen, die unerwartet Regeln ändern. Aber bei dem DAI kommen zentralisierte Komponenten zum Einsatz. Beispielsweise hält sein Peg Stability Module (PSM) USDC als Teil seiner Reserven. Der DAI ist also nicht vollständig vor dem Risiko der zentralen Verwahrung geschützt.

Welche Vorteile bieten zentralisierte Modelle?

Während der Kryptohandel als zutiefst dezentralisiertes Ökosystem begann, deutet die zunehmende Beliebtheit von Stablecoins auf einen Trend zur Zentralisierung hin. Hier sind einige Gründe dafür:

  • Einfache Einlösung: Unternehmen wie Circle ermöglichen es verifizierten Instituten, den USDC direkt gegen US-Dollar einzulösen. Auf dieser Grundlage können Börsen und Zahlungsplattformen leicht aufbauen.

  • Preisstabilität: Dank Fiat-Reserven und -Einlösemechanismen können zentralisierte Coins in der Regel eine engere Bindung (an Fiatgeld) aufrechterhalten als experimentelle oder algorithmische Alternativen. Durch Arbitrage hält sich der Preis pro Coin auch unter Belastung nahe am Wert von 1 USD.

  • Regulatorische Compliance: Zentralisierte Stablecoins können die Anforderungen von Know Your Customer (KYC), der Geldwäschebekämpfung (AML) und sonstige Anforderungen an Unternehmen erfüllen.

  • Notfallreaktion: Wenn etwas schiefgeht, kann ein zentralisiertes Team schnell eine Lösung finden. Es ist keine Abstimmung wie bei einer dezentralisierten autonomen Organisation (DAO) erforderlich, um die Prägung zu pausieren oder einen Vertrag nachzubessern.

Die Zentralisierung bringt allerdings auch Nachteile mit sich, wie bedingte Nutzerkontrolle und Vertrauen in den Emittenten. Achten Sie darauf, bei der Auswahl des richtigen Modells für Sie auch die Risiken zu berücksichtigen.

Wie können Unternehmen und andere Nutzer/innen das Zentralisierungsrisiko bewerten?

Nicht alle Stablecoins zentralisieren die Macht auf die gleiche Weise. Einige sind transparent und gut strukturiert, während andere einen genaueren Blick erfordern. Unabhängig davon, ob Sie das Risiko für die Verwaltung der Finanzressourcen (Treasury-Management) Ihres Unternehmens, für eine Integration oder für den persönlichen Gebrauch bewerten, sollten Sie die folgenden wichtigen Fragen stellen.

Wer kontrolliert die Ausgabe und Einlösung?

Wenn ein einzelnes Unternehmen Einlösungen und die Umlaufmenge verwaltet, ist das ein klares Anzeichen für eine Zentralisierung. Prüfen Sie, wer unter welchen Bedingungen befugt ist, Token zu prägen (neu zu erstellen) oder zu verbrennen (aus dem Umlauf zu nehmen).

Wo werden die Reserven gehalten?

Ermitteln Sie, ob die Sicherungsvermögenswerte auf der Blockchain oder auf Bankkonten verwahrt werden. Schauen wir uns als Beispiele dazu die beiden Stablecoins USDC und DAI an. Während für den USDC monatliche Prüfberichte veröffentlicht werden, ist der DAI mit Krypto-Sicherheiten („Collateral“) abgesichert, die auf der Blockchain einsehbar sind. Fehlt es an Transparenz, ist das Grund zur Vorsicht.

Können Vermögenswerte („Assets“) eingefroren werden?

Viele zentralisierte Stablecoins enthalten „Freeze“-Funktionen. Prüfen Sie, ob der Aussteller Wallets auf die schwarze Liste setzen kann und ob er dies in der Vergangenheit getan hat. Daran lässt sich ablesen, wie viel Kontrolle der Aussteller behält.

Wie sieht das Governance-Modell aus?

Finden Sie heraus, ob das Projekt von einer DAO (Unternehmen ohne zentrale Führung), einer Kapitalgesellschaft oder von einem Unternehmen verwaltet wird, dessen Rechtsform zwischen diesen beiden liegt. Sie müssen wissen, wer über welche Änderungen entscheidet und wie.

Wie hielt bzw. hält es Belastungen stand?

Schauen Sie sich historische Entkoppelungen (Abweichungen des Marktpreises eines Stablecoins von seinem festgelegten Referenzwert), aufsichtsrechtliche Maßnahmen und die Reaktion des Teams oder der Community darauf an. Daran zeigt sich echte Dezentralisierung – oder auch, ob es an dieser mangelt.

So kann Stripe Sie unterstützen

Stripe Payments bietet eine einheitliche, globale Zahlungslösung, mit der jedes Unternehmen – von Start-ups bis hin zu globalen Konzernen – Zahlungen online, vor Ort und weltweit akzeptieren kann. Unternehmen können von fast jedem Ort der Welt aus Stablecoin-Zahlungen akzeptieren, die in ihrem Stripe-Saldo als Fiat verbucht werden.

Mit Stripe Payments können Sie Folgendes umsetzen:

  • Bezahlvorgang optimieren: Schaffen Sie ein reibungsloses Kundenerlebnis und sparen Sie Tausende von Entwicklungsstunden mit vorgefertigten Zahlungsoberflächen und Zugang zu über 125 Zahlungsmethoden, einschließlich Stablecoins und Kryptowährungen.

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  • Zahlungs-Performance verbessern: Steigern Sie Ihren Umsatz mit einer Reihe anpassbarer, einfach zu konfigurierender Zahlungstools, darunter No-Code-Betrugsvorbeugung und erweiterte Funktionen zur Verbesserung der Autorisierungsquoten.

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Der Inhalt dieses Artikels dient nur zu allgemeinen Informations- und Bildungszwecken und sollte nicht als Rechts- oder Steuerberatung interpretiert werden. Stripe übernimmt keine Gewähr oder Garantie für die Richtigkeit, Vollständigkeit, Angemessenheit oder Aktualität der Informationen in diesem Artikel. Sie sollten den Rat eines in Ihrem steuerlichen Zuständigkeitsbereich zugelassenen kompetenten Rechtsbeistands oder von einer Steuerberatungsstelle einholen und sich hinsichtlich Ihrer speziellen Situation beraten lassen.

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